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| Kopfschmerzen bei Kindern |
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Kopfschmerzen sind ein Phänomen, das nicht nur bei Erwachsenen rasant zunimmt. Noch vor 50 Jahren gaben in Studien weniger als dieHälfte der befragten Kinder und Jugendlichen an, überhaupt je Kopfschmerzen gehabt zu haben.
Mittlerweile kennen neun von zehn Kindern bis 12 Jahren Kopfschmerzen, 20 % von ihnen haben regelmäßig Kopfschmerzen und bei circa sieben Prozent schmerzt der Kopf ein- oder mehrmals pro Woche.
Falls ein Kind (gleiches gilt ebenso für Jugendliche und Erwachsene) immer wieder Kopfschmerzen hat, dann sollten zunächst körperlich-medizinische Ursachen ausgeschlossen werden, beispielsweise ob
- eine Entzündung der Nebenhöhlen oder Ohren,
- eine Entzündung oder Fehlstellung der Zähne,
- ein Augenfehler,
- eine Allergie,
- eine Infektion mit Borrelien vorliegt,
- der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig ist,
- oder, was sehr selten ist: ein Tumor die Ursache ist.
Doch wenn keine direkten körperlichen Ursachen gefunden werden, dann bekommen die Kinder – wie im übrigen Erwachsene auch – die Diagnose „Spannungskopfschmerz“.
Was können das Kind und seine Eltern mit dieser Diagnose anfangen?
Zunächst einmal ist die Bezeichnung irreführend. Zwar verstärkt eine verspannte Schulter-Nacken-Muskulatur die Schmerzen, gleichwohl liegt deren Ursache im Gehirn, genauer im Hirnstamm. Hier sitzt das sog. Schmerzkontrollsystem, das in diesem Fall schon auf minimale Auslöser reagiert.
Die Gründe für diese Reaktionsveränderung sind individuell sehr verschieden.
Am Anfang steht oftmals ein „normaler“ Kopfschmerz, z.B. bedingt durch eine Erkältung. Diese Kopfschmerzen – bei Kindern auch Bauchschmerzen – können sich dann verselbständigen, durch
- Stress,
- dem Gefühl, dem Schmerz ausgeliefert zu sein,
- den (unbewussten) Wunsch durch die Schmerzen Aufmerksamkeit zu bekommen,
- Alltagsbelastungen bzw. Lebensweise.
Hinter den Begriffen Alltagsbelastungen bzw. Lebensweise der Kinder und Jugendlichen können folgende Phänomene stecken:
- Reizüberflutung durch zuviel Aktivität, Fernsehkonsum oder Video- und Computerspiele,
- Bewegungsmangel,
- Termindruck,
- Über- oder Unterforderung,
- Konflikte in der Familie, mit Freunden oder in der Schule,
- unpassendes Essen,
- Alkohol-, Drogen-, oder Medikamentenkonsum.
Wichtig ist es frühzeitig anzusetzen, da mit professioneller Behandlung nachweislich eine neunfach höhere Wahrscheinlichkeit auf eine deutlichere Besserung besteht.
Insgesamt hat sich eine Mischung aus verschiedenen Therapieansätzen als am besten herausgestellt, vor allem um die Schmerzschwelle zu normalisieren. Ein Element sind hier Entspannungstechniken, um den Körper weniger anfällig für Stress zu machen. Ein anderes ist das sog. (Kopf-)Schmerzbewältigungstraining. Hier lernen Kinder
- ihre Gefühle anders auszudrücken als durch Schmerzen,
- für genügend Pausen zu sorgen,
- sich ggfs. gegen Einflüsse und Anforderungen abzuschirmen,
- Nahrungsmittel sinnvoll auszuwählen,
- für genügend Trinken und Schlaf zu sorgen,
- die Zeit vor dem Bildschirm zu beschränken,
sprich Kontrolle über sich und das eigene Verhalten zu gewinnen: sich und den eigenen Körper mit den dazugehörigen Bedürfnissen zu spüren und lernen, sich den Anforderungen auf ein persönlich vertretbares Maß zu stellen.
Eine weitere Möglichkeit ist das EMDR (Eye Movement Dezensitation and Reprocessing), dass gerade auch im Bereich „chronische Schmerzen“ ein vielversprechender Ansatz ist.
Wenn Sie mehr über die Behandlung bei chronischen Kopfschmerzen wissen wollen oder sonstige Fragen haben, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme. |
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