Umgang mit herausfordernden Situationen - Teil 2

Psychologische Hilfe in herausfordernden Zeiten

Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen

Häusliche Isolation und Quarantäne, wie jetzt durch Covid-19, können für Betroffene sehr belastend sein. Doch es gibt klare, wissenschaftlich erforschte und bewährte Strategien, mit denen sich Ausnahme- und Krisensituation meistern lassen

Was tun gegen Ängste und große Sorgen

In außergewöhnlichen Zeiten kann es zu neuen Belastungen und ungewohnten Emotionen kommen. Es braucht Zeit, sich an diese neuen Umstände und Herausforderungen zu gewöhnen. Gerade extreme Stresssituationen oder Krisen gehen oft mit Ängsten und Sorgen einher.

Beschränken Sie Ihren Medienkonsum!

Gestalten Sie den Medienkonsum in Bezug auf COVID-19 (oder auch jede andere Belastungssituation) bewusst und limitieren Sie diesen. Sich immer wieder mit bestimmten Bildern und Schilderungen zu konfrontieren, auch wenn diese von seriösen Medien vermittelt werden, ist nicht hilfreich, sondern belastend. Es lässt Sie nicht zur Ruhe kommen, sondern wühlt Sie immer wieder auf.

Nehmen Sie Ihre Gefühle wahr!

Wir alle haben unterschiedlichste Gefühle in ungewohnten Situationen, beispielsweise Verwirrung oder Angst. Nehmen Sie sich Zeit, um wahrzunehmen und auszudrücken, was Sie fühlen.

Manche Menschen schreiben ihre Gefühle auch gerne auf, andere werden kreativ (z.B. malen, musizieren) oder meditieren.

Begrenzen Sie das Grübeln!

Grübeln ist eine der vielen Strategien im Umgang mit Stresssituationen, ein Versuch sich in der belastenden Situation zurecht zu finden. Doch ein Zuviel verursacht zusätzlichen Stress. Deswegen überlegen Sie sich schon im Vorhinein Tätigkeiten, die Sie ausführen können, wenn Sie ins Grübeln geraten. Machen Sie etwas ganz anderes, am besten etwas, das Ihnen guttut oder Sie zumindest vom Grübeln abhält, wie z.B. backen, lesen, rätseln, Musik hören und tanzen.

Führen Sie einfache Entspannungsübungen durch!

Gegen Angst hilft Entspannung, denn sie schließen sich gegenseitig aus. Daher machen Sie gezielt Entspannungsübungen, diese reduzieren Ängste, auch indem Sie Ihnen helfen Ihre Aufmerksamkeit weg von der Anspannung hin zu mehr Ruhe.

So können Sie einfach Atmen: atmen Sie tief ein und aus und sagen sich beim Einatmen „einatmen“ und beim Ausatmen „ausatmen“. Oder Sie schütteln Ihre Spannung aus dem Körper: Hände, Arme, Füße, Beine, der ganze Körper – mit und ohne Musik.

Auch im Internet finden Sie Anleitungen für Entspannungsübungen.

Ändern Sie Ihre Blickrichtung!

Halten Sie sich von Panikmachern fern! Setzen Sie sich und anderen Grenzen. Verzichten Sie darauf, die massenweise kursierenden SMS, E-Mails, Videos, WhatsApp-Nachrichten und Meldungen in den (sozialen) Medien und Portalen zu COVID-19 (oder Ihren anderen Belastungsthemen) zu lesen.

Fokussieren Sie auf Positives! Denn der Fokus auf positive Inhalte beruhigt und stabilisiert. Sprechen Sie mit Menschen und achten Sie dabei auf positive – oder zumindest neutrale - Gesprächsinhalte.

Denken Sie daran, die Situation wird vorübergehen!

Es ist wichtig zu verstehen, dass jede Belastungssituation, wie auch aktuell der COVID-19-Ausbruch, unweigerlich vorübergeht. Nutzen Sie einfache Möglichkeiten, um Ihr Erkrankungsrisiko zu vermindern, z.B. durch regelmäßiges Händewaschen und Vermeiden von engem zwischenmenschlichem Kontakt. Planen Sie Aktivitäten, die Sie nach dem Überstehen der Situation ausführen möchten.

Sprechen Sie über Ihre Gefühle!

Wenn Sie das Bedürfnis verspüren, mit jemandem über Ihre Gefühle zu sprechen, dann wenden Sie sich an Menschen, die Ihnen gut tun, die Ihnen zuhören und Sie erst nehmen.

Gibt es diese nicht in Ihrem Umfeld, dann kontaktieren Sie mich. Wir können kurzfristig einen Termin finden, in dem wir uns gezielt Ihrem Anliegen widmen und an Ihrem persönlichen Weg aus der Krise arbeiten.

©  Julia Krieg  |  Diplompychologin  |  Impressum und Datenschutz